Zum Verständnis von Holocaust-Education
Die Vermittlung des Holocaust an Bildungsinstitutionen stellt eine grosse pädagogische Herausforderung dar, die existentielle Sinnfragen und emotionale Aspekte berührt. Ziel der Holocaust-Education muss immer sein, dass künftige Generationen vom Holocaust lernen. Die Vergangenheit soll im Hinblick auf die Zukunft unterrichtet werden.
Holocaust-Education kann verschiedene Blickpunkte beleuchten, die Perspektiven der Täter, Mitläufer, Retter oder Opfer. Bei der Betrachtung der Retter werden positive Vorbilder dargestellt. Wenn es um Täter und Mitläufer geht, kann beispielsweise erörtert werden, welche Mechanismen während der Shoa gespielt haben und wie diese entstanden sind und sich etablieren konnten. Im Zusammenhang mit Opfern ist – solange möglich – die Begegnung mit Zeitzeugen bedeutsam. In einer direkten Begegnung oder in Büchern und Videos können sich Schüler und Studenten mit der Geschichte identifizieren. Abstrakte Geschichtsschreibung genügt nicht, die Geschichte muss Namen und Gesichter bekommen. Besonders interessant ist die Einbettung des Holocaust in den Schweizer Kontext, indem sowohl positive Hilfe als auch Versäumnisse thematisiert werden können.
TAMACH hat sich Holocaust-Education zu einem wichtigen Bestandteil des Angebotes gemacht, indem Institutionen, Lehrer, Schüler und Studenten, die sich mit dem Thema des Holocaust im Rahmen von Veranstaltungen, Unterricht, Seminaren oder Schularbeiten auseinandersetzen, beratet werden. Tamach fördert Begegnungen zwischen Holocaust-Überlebenden und Schülern, hält Vorträge zu Holocaust-Education und steht beratend und begleitend zur Verfügung bei Schul- und Seminararbeiten zum Thema des Holocaust.
Dr. Kurt Bigler / Bergheimer war ein Holocaust-Überlebender, der dank der Schweiz überlebt hat und sich zeitlebens stark für Holocaust-Education engagiert hat. Der Dr. Bigler / Bergheimer-Preis reizt und fordert zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Schweiz an.
Dr. François Wisard, Leiter des Historischen Dienstest des EDA hielt im Rahmen der zweiten Verleihung des Dr. Bigler / Bergheimer-Preises ein Referat über "Holocaust-Education in der Schweiz"
Erhebung über Holocaust-Education an Schweizer Schulen
2011-12 führt Tamach in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Rorschach eine Erhebung in den Deutschschweizer Schulen durch. Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, welche Formen der Holocaust-Education bestehen und inwiefern allenfalls Lücken bestehen. Aufgrund der Ergebnisse sollen dann ergänzende Lehrmittel und Weiterbildungen für Lehrpersonen entwickelt werden.
Der Fragebogen wird einerseits denjenigen Lehrern aus den Sekundarstufen I und II, die sich zur Teilnahme bereit erklärten, verschickt und andererseits an Weiterbildungen verteilt.
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